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Sinti und Beruf

 

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Durch Diskussionsrunden, Aufklärungeveranstalltungen und Podiumsgesprächen setzen sich die Teilnehmer intensiv mit dem Thema ”Sinti und Beruf“ auseinander. Die Erfahrungen werden in einer Publikation festgehalten, die eingeladenen Gäste werden darin samt Beruf präsentiert.

 

Aktionen aus dem Projekt "Sinti und Beruf" 

Was kannst Du gut? Die Antwort darauf fällt uns meistens schwer. Wir sind es nicht gewohnt, das Positive zu sehen. Schon in frühster Kindheit bekommen wir ein negatives Feedback, wenn wir etwas nicht erwartungsgemäß gemacht haben. Wenn alles gut läuft, wird es meistens nicht erwähnt.

Fragt uns deshalb jemand was wir nicht können, so haben die meisten Menschen gleich einen ganzen Katalog zur Hand. Bei der umgekehrten Frage brauchen wir eine weile, bis wir merken, was unsere Fähigkeiten und Stärken sind.

Wir möchten die Perspektive auf das Positive lenken. Jemand zeichnet gut? Wie wäre es dann, ein Comic auf Romanes zu zeichnen?  Ein anderer organisiert gerne? Dann kann er ja gleich den nächsten Gruppenausflug planen.

Um eine berufliche Perspektive zu entwickeln, sollte man nicht nur wissen, was man kann, sondern auch, was man will. Viele junge Sinti aus dem Ravensburger Powerclub hatten vor einem Jahr noch keine Antwort auf diese Frage.  Geholfen hat ein Malwettbewerb zum Thema “miri Sooni- Mein Traum”, denn wo keine Träume sind, fehlt die Zukunftsentwurf. Auch das stärkt das Selbstbewusstsein, wenn man sich darüber im klaren wird, was man eigentlich im Leben will.

Der Sinti Powerclub hilft dabei, die Ziele zu erreichen. Wir bieten einen Bildungssupport an, beantworten Fragen zur Ausbildung und Schule, und zeigen den individuellen Weg auf, den der Ratsuchende gehen muss, um an sein Ziel zu kommen.

Regelmäßig beschäftigen wir uns auch direkt mit dem Thema “Sinti Power”, indem wir uns mit bekannten Sinti und Roma beschäftigen, uns mit der Kultur und Geschichte auseinander setzen oder politisch aktiv werden gegen Rechts. Sinti oder Roma zu sein, darf uns nie peinlich sein. Jeder Mensch mit romano Hintergrund sollte das gerne sagt und dazu auch steht. Stolz ist in diesem Zusammenhang sicherlich das falsche Wort, weil man ja nur auf Leistung stolz sein kann, trotzdem möchte ich dieses Wort wenigstens in die Nähe der kulturellen Identität bringen und jeden Betroffenen ermutigen,  sich als Sinteza und Sinto auch in der Öffentlichkeit zu outen. Kulturelle Identität und Herkunft ist wesentlich für den Menschen, sie nicht als Stärke zu betrachten sondern als Hindernis oder Makel, ist für die Persönlichkeitsentwiklung mehr als störend. Wir als Verein bieten den jungen Menschen daher Möglichkeiten, als gesellschaftliche Akteure aufzutreten und als Angehörige der Minderheit wahrgenommen zu werden.

Was ist eigentlich Stärke? Wir als Verein geben ein positives und bejahendes Menschenbild an unsere Mitglieder weiter. Der christliche Glaube ist für uns dabei als Verein tragend und für viele Mitglieder existentiel, aber kein Kriterium für das Mitmachen und Dabeisein. Unser Logo veranschaulicht, dass wir uns gegenseitig in christlicher Liebe und Weisheit den Rücken stärken.  Das Thema Power wird regelmäßig thematisiert. In Diskussionsrunden, bei Filmeabenden oder beim Besuch eines Gottesdienstes der christlichen Sinti oder Roma Gemeinden können unsere Mitglieder auftanken, für sich die Frage beantworten, woraus sie ihre Stärke beziehen, was ihnen im Leben halt und neue Energie oder Hoffnung gibt. In dem Zusammenhang werden auch Statussymbole, materieller Wohlstand, Macht und Leistungsgesellschaft thematisiert. Wer ist stark und warum? Kann ich auch stark sein, wenn ich nicht der gesellschatflichen Norm entspreche?



    1. Empowerment und Aufklärung

Antiziganistische Vorurteile gehören immer noch zur Erfahrungswelt der Kinder und Jugendlichen. Deshalb stärken wir das angekratzte Selbstbild unserer Mitglieder und stehen ihnen bei der uneingeschränkten Teilhabe an der Gesellschaft zur Seite.

Wir helfen den jungen Sinti und Roma, ihre Fähigkeiten zu entdecken, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, auch indem sie zu Akteuren werden, sichtbar als Sinti für ihre Schulfreunde, Arbeitskollegen und Mitmenschen. Der Powerclub ist auch ein Ort, an dem man Freundschaften schließt und sich untereinander austauschen kann.

Der Verein bekämpft die Ursache des Antiziganismus durch Aufklärungsveranstaltungen und die Folgen des Antiziganismus durch Empowerment der Community. Im Sommer 2018 veranstaltete der Verein ein öffentliches Sommerfest in Kooperation mit dem Montessori Kinderhaus in Ummenwinkel, das wir kurzerhand “Ich und DU-Fest“ genannt haben. Die organisation und Durchführung des Festes lag hauptsächlich in der Hand der Jugendlichen. Es gab Kuchen und Getränke, Schminkstand und Stationenlauf. Das Highlight waren aber nicht die heißen Saiten mit Wecken, sondern die Aktion gegen Hate Speech. 60 rote Luftballons wurden auf die Reise geschickt, versehen mit einer Zeichnung, einem netten Gruß oder Segen.

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